Frühjahr 2021 Bauen in Bad Kreuznach

 WOHNKONZEPT DER ZUKUNFT: BAUBEGINN "SOLAR QUARTIER" IN DEN WEINGÄRTEN 

Die Bodenplatten sind gelegt und das erste Geschoss steht bereits: Das bundesweit anerkannte Modellprojekt „Solar Quartier“ nimmt mit großen Schritten Form an. GEWOBAU und FUTUREhaus starten im Baugebiet "In den Weingärten" mit dem Bau erster Häuser. Bis zum Jahresende soll der Großteil aller 28 energieautarken und untereinander vernetzten Wohneinheiten bezugsfertig sein.

28. April 2021, von ISABEL GEMPERLEIN

 

Zunächst baut jedoch die städtische Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAU Bad Kreuznach GmbH drei in das Projekt integrierte Wohnhäuser mit Platz für insgesamt sechs Mietparteien. Der Schwerpunkt liegt auf dem Zuzug junger Familien und generationenübergreifenden Hausgemeinschaften, die Wert auf eine nachhaltige Quartierslösung legen.

 

Leuchtturmprojekt mit Modellcharakter

„Wir freuen uns sehr, Teil dieser spannenden Entwicklung von Wohnraum in dieser Stadt zu sein“, sagte Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer zum Start des Baubeginns. „Als Hauptgesellschafterin der Gewobau ist es der Stadt Bad Kreuznach ein großes Anliegen, bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum in einem strukturell attraktiven Umfeld innerhalb des Stadtkerns zu schaffen.“ Die Gewobau nimmt dabei eine wegweisende Rolle ein. „Wir haben uns mit diesem Projekt dazu entschieden, als Vermieter in Bad Kreuznach einen großen Schritt voran zu gehen und dem Wohnen eine neue, nachhaltige Perspektive zu geben“, sagte Karl-Heinz Seeger, Geschäftsführer der Gewobau, zu dem Leuchtturmprojekt. Denn das „Solar Quartier“ hat Modell- und Signalcharakter, auch für Vermieter und Investoren. Für Mieter seien vor allem die günstigen Nebenkosten von Vorteil. Der Mietpreis pro Quadratmeter werde etwa 8,50 bis 9 Euro betragen.

Bereits das Konzept hatte bundesweit Aufmerksamkeit auf sich gezogen. (2. Platz beim Green Tech Award 2018). So hatte die ausführende FUTUREhaus bereits im vergangenen Jahr eine Produktionsstraße in Bad Kreuznach errichtet und lässt alle vorgefertigten Bauteile in nur zwei Kilometer Entfernung produzieren. Das spart teure Transportwege und hält den ökologischen Fußabdruck möglichst klein.

 

Positiver Effekt auf die CO2-Bilanzierung

Einen nachhaltigen Effekt hat auch die Vernetzung der Photovoltaikdächer der Häuser und die Einspeisung des überschüssigen Stroms in ein gemeinschaftlich genutztes Netz. Möglich wird dies durch eine Pufferbatterie, mit der Energie gespeichert bei Bedarf abgerufen und in E-Mobilität umgewandelt werden kann. Was gut für die eigene Stromrechnung ist, ist auch gut für die Umwelt: Thomas Sapper, Geschäftsführer der FUTUREhaus, rechnet mit einem deutlich positiven Effekt in der CO2-Bilanzierung. Mit Blick auf die vom Bund geplante CO2-Steuer lässt das Unternehmen von der Hochschule Darmstadt derzeit untersuchen, wann dieser Effekt eintreten wird. Sapper rechnet mit dem Break Even bereits 20 Jahre früher als bei konventionell gebauten Häusern.

 

Durchmischung sorgt für Akzeptanz

Zur nachhaltigen Konzeption komme das attraktive Wohnumfeld.  „Quartierslösungen dieser Art haben wegen ihrer Durchmischung eine sehr große Akzeptanz in der Bevölkerung“, so Sapper. So werden sich nicht nur junge Familien aus Rhein-Main, sondern auch ehemalige Kreuznacher im Solar Quartier ansiedeln. Besonderen Dank drückte Sapper der Stadt Bad Kreuznach in Bezug auf das Genehmigungsverfahren und dem Bauunternehmen Gerharz für Planung und Umsetzung aus. Auch beim Finanzierungspartner, der Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück eG, bedankte sich Sapper. „Wir sind sehr zufrieden, als Kreuznacher Unternehmen eine solche Unterstützung erfahren zu haben“.

 

Übrigens, das nächste Projekt entsteht in Sprendlingen. Auch hier plant FUTUREhaus ein innovatives Bauprojekt mit mehreren Wohneinheiten. Die Idee ist, ein nachbarschaftliches Wohnkonzept „mit viel Raum zum Leben“ umzusetzen. Dr. Heike Kaster-Meurer und Karl-Heinz Seeger gratulieren zu diesem Schritt. Das neue Projekt knüpfe inhaltlich direkt an das Solar Quartier an.

 

Foto: Akteure des Solar Quartiers (v. l.): Horst Weyand, Volksbank Rhein-Nahe-Hunsrück eG (Partner Finanzierung), Thomas Sapper, FUTUREhaus, OB und Hauptgesellschafterin der GEWOBAU GmbH Bad Kreuznach Dr. Heike Kaster-Meurer, Joachim Gerharz, Planung und Umsetzung, Gerharz GmbH Bauunternehmung, Karl-Heinz Seeger, GEWOBAU GmbH Bad Kreuznach 

Text: GEWOBAU GmbH Bad Kreuznach

Das erste FUTUREhaus von 31 weiteren Wohneinheiten im Baugebiet "In den Weingärten" entsteht.

BAD KREUZNACH. Nach dem Spatenstich für die Produktionsstätte klimaneutraler Wohnhäuser an der Otto-Meffert-Straße im April folgt nun der Spatenstich für das Solar Quartier im Neubaugebiet „In den Weingärten“: „Bad Kreuznach wird damit erste Modellstadt in der Umgebung für die klimapositive Nutzung von Häusern“, sagte Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer, die auch Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsbaugesellschaft Gewobau Bad Kreuznach ist. Die Gewobau erschließt die für das Modellprojekt benötigten Bauplätze.

„Wir schaffen mit dem zweiten Bauabschnitt in den Weingärten die Voraussetzungen für attraktiven Wohnraum im Südosten der Stadt“, ergänzte der Geschäftsführer der Gewobau, Karl-Heinz Seeger. Auch die Gewobau wird drei der Grundstücke im Solar-Quartier bebauen und später vermieten. Damit setzt die Wohnungsbaugesellschaft auch ein Zeichen für den Wertewandel in der Wohnungswirtschaft. Es zähle nicht länger das günstigste, sondern das nachhaltigste Angebot. „Unser Ziel ist eine klimapositive Energiebilanz, von Beginn der Produktion über den gesamten Lebenszyklus eines Hauses“ erläuterte Thomas Sapper, Geschäftsführer der FUTUREhaus, die das Solar Quartier bauen wird.

Das Solar Quartier nimmt nach Ansicht von Karl-Heinz Seeger eine Schlüsselposition im Baugebiet ein: FUTUREhaus vermarktet 28 energieautarke Wohnhäuser, über ein verbundenes Netz aus Photovoltaik-Anlagen auf ihren Dächern Strom für den eigenen Bedarf, aber auch für das ganze Quartier erzeugen. „Die PV-Anlagen auf den Pultdächern dieser Häuser produzieren mit jeweils 13,2 und 15 Kilowattpeak erheblich mehr Energie, als ihre Bewohner in der Jahresbilanz benötigen“, so Sapper. Dies liege auch an der optimalen Ausrichtung der Dächer. Die so autark gewonnene Energie werde zunächst für den Eigenbedarf, dann für die Versorgung von Nachbarn im Quartier genutzt. Als drittes erfolgt die Einspeisung in den gemeinsamen Quartiersspeicher mit einer Kilowattleistung von 300 kWh. Zudem seien alle Wohngebäude im Quartier über ein gemeinsames Nahverbundnetz verknüpft, das mit niedriger Vorlaufzeit arbeite, deshalb nur kleine Wärmepumpen benötige. Die Kosten für Warmwasser und Heizung werden somit günstiger.

 

12 Grundstücke seien bereits von Interessenten reserviert. FUTUREhaus übernehme auch die Planung durch eigene Baufachberater, erläuterte Thomas Sapper anlässlich des Spatenstichs. Die Häuser werden in drei Gebäudetypen erstellt und haben insgesamt 25 verschiedene Grundrisse, die sich individuell zusammenstellen lassen. Zum Einsatz kommen vorgefertigte Holzspanwände mit Betonkern, die durch ein innovatives energetisches Konzept ergänzt werden. FUTUREhaus arbeitet mit dem Energieunternehmen Innogy sowie dem Smart-Home-Technikunternehmen myGEKKO zusammen.
Produziert wird in der neuen Produktionsstätte in Bad Kreuznach und in Modulbauweise, auch ein Beleg für den klimafreundlichen Fußabdruck der Häuser. Weite Wege von der Produktionsstätte zum Bauplatz entfallen damit. Ein innovatives Monitoring über zwei Jahre verfolgt die Klimabilanz jedes einzelnen Gebäudes, von der Produktion bis zur Fertigstellung. „Diese CO2-Vollbilanzierung von Gebäuden ist ein Novum in der Branche“, so Sapper.

Das Solar Quartier wird auch in Sachen „Wohnen und Mobilität“ neue Maßstäbe in Bad Kreuznach setzen: Teil des Konzeptes ist, dass jedes Haus über eine eigene Wallbox zur Ladung von eMobilität verfügt und darüber hinaus den Bewohnern im Quartier drei Fahrzeuge und zehn eBikes sowie zwei Lastenfahrräder zur Verfügung gestellt werden, um überschüssige Energie in Mobilität zu wandeln. Die benötigte Energie kommt direkt aus dem Quartiersspeicher.

 


im Neubaugebiet "In den Weingärten"

entsteht das erste "Solar-Quartier Bad Kreuznach" in Deutschland mit

22 Doppelhaushälften | 3 Mehrfamilienhäuser

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Solar-Quartier Bad Kreuznach
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